COPD-Behandlungsoptionen

Das Ziel der Behandlung stabiler COPD-Patienten ist die sofortige Linderung und Verringerung der Symptome sowie die Senkung des Risikos zukünftiger Krankheitsschübe.1 Laut der GOLD-Richtlinie „Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of COPD“1 sollten alle Patienten aufgefordert werden, das Rauchen aufzugeben.

Laut GOLD sind die Hauptbehandlungsmethoden Arzneimitteltherapie mit Bronchospasmolytika und Corticosteroiden. Lungenrehabilitationsprogramme kommen für Patienten in allen Krankheitsstadien in Betracht.

Die zusätzliche Sauerstoffgabe ist eventuell bei COPD-Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz indiziert, die unter schwerer Ruhehypoxämie leiden, um den Sauerstoffgehalt des Blutes zu verbessern.1

Die deutsche S2-Leitlinie nichtinvasive und invasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz8 empfiehlt für COPD mit Symptomen der chronischen ventilatorischen Insuffizienz eine Langzeit-NIV, wenn der Tages-PaCO2-Wert über 50 mmHg liegt oder der Nacht-PaCO2-Wert über 55 mmHg.

Sauerstoff und COPD

Die Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) ist erfahrungsgemäß hilfreich bei Patienten mit COPD. Gemäß der Cochrane-Analyse von vorhanden randomisierten kontrollierten Studie konnten mit Hilfe der Langzeitsauerstofftherapie die Überlebensraten von COPD-Patienten mit schwerer Hypoxämie verbessert werden.2

Richtlinien der American Thoracic Society (ATS) zufolge sollten auch „medikamentös eingestellte, stabile „Patienten mit einem PaO2 <7,3 kPa (55 mmHg) (was einem SaCO2<88% entspricht) LTOT erhalten“.3

Anderen Studien zufolge hat die Langzeitsauerstofftherapie allerdings keinen Einfluss auf Hyperkapnien, die durch das Versagen des Atemtrakts aufgrund der Langzeitfolgen von COPD verursacht wurden, d. h. Typ-2-Ateminsuffizienz.4

NIV für die Behandlung von COPD

In nahezu allen Kliniken in Deutschland hat sich NIV als die Standardtherapie für die akute respiratorische Insuffizienz von COPD etabliert und entsprechende klinische Leitlinien liegen vor.9

Neueren Studien zufolge kann die nicht-invasive Beatmung (NIV) mit angemessener Druckunterstützung im häuslichen Umfeld die Anzahl der Krankenhausaufenthalte sowie die Sterberaten von stabilen COPD-Patienten mit Hyperkapnie reduzieren.5

Einer in „The Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlichten wegweisenden Studie zufolge verfügen chronische stabile COPD-Patienten, die im häuslichen Umfeld mit NIV behandelt werden, über eine bessere Lebensqualität und längere Lebensdauer.5

In der Studie wurden 195 Patienten mit stabiler COPD im Stadium GOLD IV, die mit Standardtherapie behandelt wurden, durch eine randomisierte Verteilung entweder einer Kontrollgruppe oder einer NIV-Therapie zugewiesen. Ziel der NIV-Therapie war es, das Baseline-PaCO2 um mindestens 20 % reduzieren bzw. PaCO2-Werte von weniger als 6,5 kPa (48,1mmHg) zu erreichen.

Den Ergebnissen zufolge wiesen die Patienten, die mit NIV mit angemessener Druckunterstützung behandelt wurden, eine jährliche Sterberate von 11,8 % im Vergleich zu einer Sterberate von 33,3 % in der Kontrollgruppe auf (HR 0,24 %, CI 0,11‐0,49; p=0,0004).5

Die Patienten, die sich einer NIV-Therapie zu Hause unterzogen, verfügten außerdem entsprechend dem „St. George Fragebogen für Atemwegserkrankungen“ (St George Respiratory Questionnaire of Life, SGRQ) über eine deutlich bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität.5

Zusammen mit immer mehr Untersuchungen deuten diese neuesten Daten darauf hin, dass NIV bei stabilen COPD-Patienten mit Hyperkapnie sehr nützlich sein kann, insbesondere wenn das klinische Ziel eine bessere PaCO2Basiswerte sind.5,6

Einer retrospektiven Studie hospitalisierter COPD-Patienten mit Hyperkapnie zufolge wiesen Patienten, die nach der Entlassung mit NIV behandelt wurden, im Gegensatz zu vergleichbaren Patienten, die nicht mit NIV behandelt wurden, eine bessere Überlebensrate ohne Ereignisse auf (p=<0,0001). Auch war es weniger wahrscheinlich, dass Patienten, die mit NIV behandelt wurden, wieder ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten (40 % vs 75 % p=<0,0001).7

 

Quellenangaben

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