SBAS und Schlaganfall

Die Mehrzahl der Patienten, die einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten haben, leidet auch an schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS),1 welche manchmal nicht erkannt werden. Da Schlaganfallpatienten mit SBAS außerdem schwerere funktionale Folgen aufweisen2 , sollten Sie bei der Untersuchung des Schlaganfalls auch ein SBAS-Screening3 in Erwägung ziehen.

Schlaganfall kann SBAS verursachen, indem folgende Funktionen beeinträchtigt werden:

  • zentrale Mechanismen, wodurch zentrale Schlafapnoen auftreten oder
  • Muskeltonus, wodurch obstruktive Schlafapnoen auftreten

Kann SBAS für Schlaganfall prädisponieren?

Menschen mit SBAS können aufgrund einer Reihe von Symptomen für Schlaganfall prädisponiert sein.

Insbesondere:

  • Der durch SBAS verursachte wiederholte Abfall des nächtlichen Blutsauerstoffgehaltes kann zu intermittierender Hypoxie führen, die nachweislich mit systemischer Inflammation assoziiert ist.4 
  • Schlaffragmentierung aufgrund von SBAS führt zu übermäßiger Aktivität des sympathischen Nervensystems.5 

Welche Auswirkungen hat SBAS auf die Rehabilitation nach einem Schlaganfall?

Patienten mit SBAS und Schlaganfall zeigen in der Regel eine schlechte Compliance bei Rehabilitationsprogrammen für Schlaganfallpatienten. Dies ist hauptsächlich auf eine Kombination der folgenden Faktoren zurückzuführen:

  • die durch den Schlaganfall verursachten Defizite und
  • die Symptome der SBAS (wie übermäßige Tagesschläfrigkeit und verminderte kognitive Funktion)

Wie erkenne und diagnostiziere ich SBAS bei Schlaganfallpatienten?                

Die Erkennung von SBAS bei Patienten, die einen Schlaganfall überlebt haben, gestaltet sich oftmals schwierig, weil die mit SBAS assoziierten Symptome häufig dem Schlaganfall zugeschrieben werden. Die Erhebung einer vollständigen Schlafanamnese durch Befragung von Familienmitgliedern trägt zur Klärung der Frage bei, ob die SBAS bereits vor dem Schlaganfall existierte oder sich erst nach dem Schlaganfall entwickelt hat

Quellenangaben

  • 01

    Johnson KG, et al. J Clin Sleep Med. 2010

  • 02

    Martínez-García MA, et al. Am J Respir Crit Care Med. 2009

  • 03

    Wessendorf TE, et al. J Neurol. 2000

  • 04

    Drager LF, et al. Chest. 2011

  • 05

    Jelic S, et al. Trends Cardiovasc Med. 2008

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