Optimierung der Überlebensrate von COPD-Patienten mit nicht-invasiver Positiv-Druck-Beatmung

Eine prospektive, randomisierte und kontrollierte Studie mit nicht-invasiver Positiv-Druck-Beatmung bei Patienten mit schwerer, stabiler COPD1

Thomas Köhnlein, Wolfram Windisch, Dieter Köhler, Anna Drabik, Jens Geiseler, Sylvia Hartl, Ortrud Karg, Gerhard Laier-Groeneveld, Stefano Nava, Bernd Schönhofer, Bernd Schucher, Karl Wegscheider, Carl P Criée, Tobias Welte

Einführung

Frühere Studien zu den Auswirkungen nicht-invasiver Positiv-Druck-Beatmung (noninvasive positive pressure ventilation = NPPV) bei chronischer obstruktiver Lungenerkrankung haben keine signifikanten Nachweise auf eine Verbesserung der Lebenserwartung ergeben.

Diese Studie untersuchte die Auswirkungen langfristig angewendeter Positiv-Druck-Beatmung zur Reduzierung von Hyperkapnie und einer Verbesserung der Lebenserwartung.

Verfahren

Die Behandlung von 195 Patienten mit fortgeschrittener, stabiler, hyperkapnischer COPD erfolgte randomisiert entweder mit einer Fortführung der Standardbehandlung oder mit zusätzlicher Positiv-Druck-Beatmung (NPPV) über mindestens zwölf Monate.

Primärer Endpunkt

Der primäre Endpunkt war ein Jahr Gesamtmortalität.

Sekundäre Endpunkte

Die sekundären Endpunkte waren der arterielle Blutsauerstoffdruck (PaO2), die arterielle Sauerstoffsättigung (SaO2), pH, Bikarbonat (HCO3), forcierte Vitalkapazität (FVC), forciertes Exspirationsvolumen in einer Sekunde (FEV1), Restvolumen/Gesamtlungenkapazität, 6-Minuten-Gehtest und drei summarische Indikatoren zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Ergebnisse

Primärer Endpunkt: Gesamtmortalität

67 % der Patienten der Kontrollgruppe und 88 % der Patienten der Interventionsgruppe waren ein Jahr nach der Randomisierung noch am Leben.

Sekundäre Endpunkte:

Eine kontinuierliche Behandlung mit Positiv-Druck-Beatmung über ein Jahr konnte mit signifikanten Verbesserungen in PaO2, pH, Bikarbonat, FEV1 und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Verbindung gebracht werden.

Anmerkung der Autoren:

"Unseren Kenntnissen zufolge liefert diese Studie erstmalig stichhaltige Belege dafür, dass eine Positiv-Druck-Beatmung, die eine erhebliche Reduzierung von PaCO2 bewirken soll (Reduzierung des Baseline-PaCO2 um ≥ 20 % oder Erreichung eines PaCO2 <von 6,5 kPa [48,1 mm Hg]), die langfristige Überlebenserwartung erhöht."

Quellenangaben

  • 01

    Köhnlein T, et al. Non‐invasive positive pressure ventilation for the treatment of severe, stable chronic obstructive pulmonary disease: a prospective, multicentre, randomised, controlled clinical trial. Lancet Respir Med 2014 September;2(9):698-705.