COPD Therapie und Therapieergebnisse

Auch wenn es für COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) im Moment keine Heilung gibt, so gibt es doch Therapien, die COPD Patienten den Alltag und den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtern.

Die Hauptziele einer COPD Therapie sind:

  • Erleichterung der Symptome

  • Eindämmen des Fortschreitens der Krankheit

  • Exazerbationen verhindern und behandeln

  • Optimierung der Lungenfunktion

  • Senken der Mortaliät1

Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Charakters von COPD sind die Therapieprogramme stark abhängig vom aktuellen Krankheitsstadium des Patienten.

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Therapie akuter COPD Exazerbationen

Je nach Schweregrad der Exazerbation leiden COPD Patienten häufig an vermehrten Luftfluss-Limitationen, vermehrter Schleimbildung, Entzündungen der Atemwege und respiratorischer Insuffizienz, die zu Hypoxie, Hyperkapnie und respiratorischer Azidose führen kann. 2

Therapieoptionen für akute Exazerbationen sind unter anderem:

  • Kurz und lang wirksame Bronchodilatatoren

  • Inhalation von Corticosteroiden

  • Antibiotika

  • Mykolytische Substanzen

  • Sauerstofftherapie

  • Nicht-invasive Beatmung (NIV)2

Die Sauerstofftherapie wird bei hypoxämsichen Patienten mit schlechtem Gasaustausch oder Lungenversagen eingesetzt, sie ist aber nicht geeignet für CO2 Retention bei hyperkapnischen Patienten mit respiratorischem Versagen. Ganz im Gegensatz zur nicht-invasiven Beatmung. 3

Laut der GOLD Leitlinie (global initiative on obstructive lung disease) verbessert sich durch die Therapie akuter COPD Exazerbationen mit NIV die respiratorische Azidose, die Atemfrequenz sinkt, die Atemnot wird schwächer und es gibt weniger Komplikationen wie z. B. Geräte-verursachte Pneumonie. 1

Fast 20 % der aufgrund einer akuten Exazerbation hospitalisierten Patienten werden innerhalb von 30 Tagen erneut eingeliefert4. Einer anderen Studie zufolge liegt die Wiedereinlieferungsrate bei 63 % über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 13 Monaten5.

Es hat sich gezeigt, dass durch die Therapie akuter Exazerbationen in der Klinik mit nicht invasiver Beatmung nicht nur die Zahl der Wiedereinlieferungen sinkt, sondern auch die Todesfälle und Intubationen zurückgehen6. Die Verschreibung nicht-invasiver Beatmung für die außerklinische COPD Therapie im Anschluss an die Therapie in der Klinik lässt ähnliche Ergebnisse erwarten. 7

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Die Therapie stabiler COPD

Auf lange Sicht soll die COPD Therapie dazu führen, dass die Lungenfunktion verbessert und Exazerbationen und ein Fortschreiten der Krankheit vermieden werden. Dazu gehört ein persönlicher Therapieplan mit diversen, auf den jeweiligen Patienten zugeschnittenen Therapieansätzen.

Empfohlene Ansätze für langfristig bessere Therapieergebnisse sind unter anderem:

  • Rauchen einstellen

  • Pulmonale Rehabilitation

  • Grippeimpfung

  • Information und Beratung

  • Sauerstofftherapie

  • Nicht-invasive Beatmung (NIV)

Mit zunehmenden finanziellen Belastungen für unser Gesundheitssystem wird die nicht-invasive Beatmung inzwischen nicht nur für die Therapie akuter Exazerbationen in Betracht gezogen, sondern auch zur Prophylaxe in der COPD Langzeit-Therapie. 2

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Therapieergebnisse mit nicht-invasiver Beatmung (NIV)

Mehrere Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse zum Einsatz von NIV für die COPD Therapie.

  • Weniger Intubationen bei nicht-invasiv beatmeten COPD Patienten in der Klinik im Vergleich zu herkömmlich therapierten Patienten. 6

  • 3 Tage weniger Klinikaufenthalt für nicht-invasiv beatmete COPD Patienten. 6

  • Senkung des Mortalitätsrisikos um 76 % bei hyperkapnischen COPD Patienten mit Langzeit NIV. 8

  • Reduzierung der Krankenhauskosten um 32 % bei Patienten, die zum Zeitpunkt der Einlieferung mit NIV therapiert wurden im Vergleich zu herkömmlich therapierten Patienten.9

  • Verbesserung der Lebensqualität um 5,6 Punkte gemäß SGRQ (St. George’s Respiratory Questionnaire) 8
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Evidenz für den Einsatz von NIV bei der außerklinischen COPD Therapie

1. Verbesserte Überlebensrate für COPD Patienten

In einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studie (Köhnlein et al. 2014) untersuchten die Ärzte den außerklinischen Einsatz nicht-invasiver Beatmung im Vergleich zu herkömmlichen Therapien bei stabilen hyperkapnischen COPD Patienten. Nach einem 12-monatigen Beobachtungszeitraum war das Mortalitätsrisiko in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe um 76 % gesunken.

Reduktion der Sterblichkeitsrate bei hyperkapnischen COPD Patienten mit NIV-Therapie

Kaplan-Meier estimate of cumulative all-cause mortality during the first year after randomisation. Adapted from Köhnlein et al. 2014

2. Relevanz der außerklinischen nächtlichen NIV für die klinische Praxis

Eine 2 jährige Studie (Duiverman et al. 2011) zeigte diverse Verbesserungen, die - im Vergleich zur pulmonalen Rehabilitation als einziger Therapie - für den Einsatz von NIV für die außerklinische COPD Therapie sprechen. Die Studie kam zu Verbesserungen bei folgenden Parametern, die sich im Laufe der Zeit sogar noch weiter verbesserten:

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Stimmung

  • Arterieller Blutgasaustausch

  • Bereitschaft zu körperlichem Training und Aktivitäten

  • Lungenfunktion inkl. FEV1.10

3. Außerklinische NIV reduziert die Zahl der Wiedereinlieferungen in die Klinik

Eine retrospective Studie (Galli et al. 2014) verglich die Therapieergebnisse von Patienten, die außerklinisch mit bzw. ohne NIV therapiert wurden.

Die Analyse ergab, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Wiedereinlieferung oder einen daran anschließenden Aufenthalt auf der Intensivstation für NIV Patienten geringer war. 7

Effekt vorangegangener außerklinischer NIV auf die Überlebensrate und die Wahrscheinlichkeit von Vorkommnissen nach Wiedereinlieferung

Kaplan-Meier estimate of cumulative all-cause mortality during the first year after randomisation. Adapted from Köhnlein et al. 2014.

4.  Außerklinische NIV reduziert die Wahrscheinlichkeit für wiederholtes respiratorisches Versagen

In einem Pilotversuch (Cheung et al. 2010) wurde beobachtet, dass die Wahrscheinlichkeit für eine erneute schwere Exazerbation bei Patienten mit akutem hyperkapnischem Versagen (AHRF) geringer war, wenn sie mit NIV therapiert wurden, als bei der Therapie mit CPAP. Die Prävalenz der Patienten mit wiederkehrendem AHRF lag bei der NIV Gruppe bei 38,5 % im Vergleich zu 60,2 % bei der CPAP Gruppe innerhalb eines Jahres. 11

Effekt von CPAP vs. NIV bei AHRF Patienten

Kaplan-Meier curves showing reduced rate of recurrent AHRF in COPD patients given home non-invasive ventilation compared with patients given CPAP. Adapted from Cheung et al. 2010.

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Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der Studienlage, die für NIV spricht (verbesserte Lebensqualität, positive Auswirkung auf die Überlebensrate8, verkürzte Klinikaufenthalte und reduzierte Zahl an Wiedereinlieferungen 6), arbeitet ResMed mit Beatmungsmedizinern, Gesundheitseinrichtungen und Leistungserbringern zusammen, um das Bewusstsein für die nicht-invasive Beatmungstherapie zu stärken und hat dabei intelligente nicht-invasive Lösungen für die COPD-Therapie entwickelt.

Mit einem nicht-invasive Beatmungsgerät von ResMed eröffnen Sie Ihren Patienten neue Perspektiven bei der COPD Therapie.

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Quellen

  • 01

    Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD). “Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of COPD, 2015.” Goldcopd.com.
    http://www.goldcopd.org/uploads/users/files/GOLD_Report_2015_Sept2.pdf (accessed November 9, 2015)

  • 02

    McKenzie DK et al. The COPDX Plan: Australian and New Zealand Guidelines for the management of Chronic Obstructive Pulmonary Disease 2003. Med J Aust. 2003;178 (6):S15-29.

  • 03

    Brill SE and Wedzicha JA. Oxygen therapy in acute exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. 2014;9:1241–1252

  • 04

    Jencks SF et al. Rehospitalizations among patients in the Medicare fee-for-service program. New Engl J Med. 2009;360(14):1418-28.

  • 05

    Garcia-Aymerich J et al. Risk factors of re-admission to hospital for a COPD exacerbation: A prospective study.Thorax.2003;58:100–5.

  • 06

    Ram F et al. Non-invasive positive pressure ventilation for treatment of respiratory failure due to exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease. Cochrane Database Syst Rev 2004;CD004104.

  • 07

    Galli JA et al. Home non-invasive ventilation use following acute hypercapnic respiratory failure in COPD, Respir Med. 2014;108(5):722-8

  • 08

    Köhnlein T et al. Non-invasive positive pressure ventilation for the treatment of severe stable chronic obstructive pulmonary disease – A prospective, multicentre, randomized, controlled clinical trial. Lancet Respir Med. 2014;2:698-705.

  • 09

    Tsai CL. Comparative effectiveness of noninvasive ventilation vs invasive mechanical ventilation in chronic obstructive pulmonary disease patients with acute respiratory failure. J Hosp Med. 2013 Apr;8(4):165-72.

  • 10

    Duiverman ML et al. Two year home-based nocturnal noninvasive ventilation added to rehabilitation in chronic obstructive pulmonary disease. Respir Res. 2011;12(1):112.

  • 11

    Cheung AP et al. A pilot trial of non-invasive home ventilation after acidotic respiratory failure in chronic obstructive pulmonary disease. Int J Tuberc Lung Dis. 2010;14(5):642-9.